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| Vallisneria spiralis L. (Wasserschraube, Hydrocharitaceae) | ||
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Beschreibung der Art Die untergetauchten, ausdauernden Pflanzen besitzen bis zu 5 - 20 grundständige, in bewuzelten Büscheln angordnete Blätter. Die bandförmigen, 5 - 200 (600) cm langen, (0,2) 0,5 - 2,5 (7,0) cm breiten Blätter sind an der Spitze fein gesägt. Die Blätter sind durchscheinend grün und manchmal rotbraun längsgestreift (Hegi 1965, Casper & Krausch 1980). Sie sind 3 - 9 nervig; der Mittelnerv reicht vom Blattgrund bis in die Blattspitze, die Seitennerven vereinigen sich mit ihm nacheinander unterhalb der Blattspitzen. Die Blüten sind eingeschlechtlich, 2häusig. Die weiblichen Blüten sind 2 - 3 mm im Durchmesser, 1,5 - 2,5 cm lang, schmal-walzlich und sitzen einzelnd in einer dünnen, häutigen, langgstielten, 0,5 - 1,5 cm langen, oben 2-zähnigen Spatha. Die männlichen Blüten sind weiß, im Durchmesser 1 mm klein und sitzen zu über 100 in dichten Knäueln in einer häutigen, 6 - 9 mm langen, 16 - 70 mm lang gestielten Spatha. Die Fruchtstiele sind spiralig eingerollt und bis über 60 cm lang (Casper & Krausch 1980) Zur Unterscheidung von Vallisneria spiralis und Vallisneria americana Michaux Die Auffasssungen über die taxonomische Bewertung der offensichtlich sehr großen morphologischen Variabilität von Vallisneria spiralis gehen weit auseinander. Dennoch soll hier, in Anlehnung an Casper Krausch (1980), auf die Unterscheidung zur verwandten Art Vallisneria americana eingegangen werden, da beide Arten im Aquarianerfachhandel weit vertrieben werden. Beide Arten können nach Casper & Krausch (1980) anhand der Länge der Spatha der männnlichen Blüten unterschieden werden. V. spiralis: Spatha der männlichen Blüten 6 - 9 mm lang, (getrocknet) 3 - 4 mm breit, auf 0,5 - 1,2 mm dünnen, 16 - 70 mm langen Stielen. V. americana: Spatha der männlichen Blüten 10 - 23 mm lang, (getrocknet) 8 - 10 mm breit, eiförmig, auf 2 - 3 mm dicken, kurzen, nur 2 - 20 (45) mm langen Stielen. Herkunftsgebiet der Art und weitere Vorkommen weltweit Die heutzutage sehr beliebte Aquarienpflanze ist in den Tropen und Subtropen beider Hemisphären heimisch. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfaßt Amerika (nordwärts bis Neuschottland und Süddakota), Asien und Afrika sowie Südeuropa. Die Verbreitung der Art in Europa Vallisneria spiralis gelangte aus dem Mittelmeergebiet über Frankreich nordwärts in Richtung Benelux, Deutschland, Südengland und Polen (Casper & Krausch 1980, Preston & Croft 1997). Der erste Nachweis von Vallisneria spiralis in Frankreich stammt aus dem Jahr 1787 aus der Dauphiné. Corillion (1955) sowie Oostroom & Reichgelt (1962) stellte eine Ausbreitung in nordöstlicher Richtung fest. Vallisneria spiralis ist in Frankreich heutzutage landesweit in zerstreutem Vorkommen anzutreffen und besiedelt in Frankreich vor allem Stillgewässer, wobei die meisten Vorkommen sich in Kanälen finden (Bettinger & Wolff 2002). Von hier aus fand eine weitere Ausbreitung in Richtung Nordosten statt. So gibt es seit 1940 erste Fundmeldungen aus Belgien (Castagne 1956, Oostroom & Reichgelt 1962, Ant 1970), und später auch aus Luxemburg und den Niederlanden (Oostroom & Reichgelt 1962 u. 1963, Ant 1970). Zu den beschriebenen Fundstellen am Maastricht-Luik-Kanal (Oostroom & Reichgelt 1962, Mennema et al. 1980) kamen im Jahr 2003 weitere hinzu. Bruinsma (mündliche Mitteilung 9/03) fand diese Art im August 2003 in einem ca. 10 m² großen Bestand im Eindhovens Kanaal bei Mierlo und Helmond. Im Oktober 2003 konnten an diesem Standort zudem blühende Pflanzen nachgewiesen werden (Bruinsma, persönliche Mitteilung). Michel (1951) und Castagne (1956) beschreiben erste Funde in der französischen Mosel und einigen Nebengewässern aus dem Jahr 1935, die Art wurde in diesem Flußsystem aber auch auf deutschem Gebiet nachgewiesen (Ant 1966). Rezente Vorkommen der Art finden sich in dieser Region sowohl als in der Mosel, der Pferdemosel als auch in einigen Baggerteichen in Nenningen, die bei extremen Hochwässern der Mosel überflutet werden (Bettinger & Wolff 2002, Caspari, pers. Mitteilung). Dominanzbestände der Art werden von Bettinger & Wolff (2002) als eigene Vallisneria spiralis - Gesellschaft angesprochen. Bettinger & Wolff (2002) beschreiben neben einer Ausbildung der Gesellschaft mit Sparganium emersum und Octodiceras fontanum eine weitere, vornehmlich in Gewässern mit erhöhtem Salzgehalt vorkommende Ausbildung mit Pflanzen der Gattung Enteromorpha. Bei diesen Formen dürfte es sich nach Bettinger & Wolff (2202) um nördliche Ausläufer einer aus Mitteleuropa beschriebenen Potamogeton nodosi-Vallisnerietum spiralis Gesellschaft handeln. Aber auch in anderen Regionen Deutschlands konnten in der Vergangenheit Bestände der Art nachgewiesen werden. Ant (1966, 1970) beschreibt z.B. ein nur wenige Pflanzen umfassendes Vorkommen in der Lippe bei Hamm, Runge (1972) weitere Vorkommen am Bassin der Ottilienquelle und in der Rothe bei Paderborn. Ein älteres Vorkommen ist zudem aus einem Abflußgraben bei Karlsruhe bekannt (Hegi 1965). Über die derzeitige Existenz der Art an diesen Standorten liegen jedoch keine Erkenntnisse vor. Die Verbreitung von Vallisneria spiralis in NRW Der Erstnachweis der Art in NRW gelang um 1900 in der Ottilienquelle bei Paderborn sowie in der Rothe (Runge 1972). Neben dem von Ant (1966, 1970) gemeldeten Fund von Vallisneria spiralis in der Lippe ist nur ein weiteres, neueres Vorkommen von Vallisneria spiralis in der Erft bekannt. An der Erft, einem linken Zufluß des Rheins, konnten im Jahr 2003 weiträumig Bestände der Art angetroffen werden. Das große aktuelle Vorkommen in der Erft spricht jedoch dafür, daß die Art schon seit längerer Zeit hier angesiedelt ist. Die Art fand sich neben den in der Literatur beschriebenen typischen Standort mit stehendem bis langsam fließenden Wasser und schlammigen Untergrund (Casper & Krausch 1980) in der Erft auch an schnell strömenden Abschnitten und an einer aufgeschütteten Steinpackung. Vallisneria spiralis ist in der Erft häufig mit Sparganium emersum vergesellschaftet, wobei Vallisneria spiralis oftmals in Tiefen bis zu einem Meter dichte Bestände ausbildet und von Sparganium emersum zum tieferen Wasser hin umgeben ist. Im Mai 2003 konnte in der Erft das Blühen einer weiblichen Pflanze beobachtet werden, was außerdem noch an einer weiteren, in ein Aquarium umgesetzten Pflanze gelang. Mitte November gelang es dann abermals, blühende Exemplare in der Erft zu lokalisieren. Im Bereich Gustorf fand sich ein reichlich blühender Bestand weiblicher Pflanzen im seichten Wasser. Die Angabe, daß in Deutschland bislang nur männliche Pflanzen vorkommen (Rothmaler 1995), kann somit nicht mehr gestützt werden Das weitere Ausbreitungspotential der Art Die Pflanze bildet viele Ausläufer, was der Pflanze dabei hilft, sich an neuen Stellen schnell auszubreiten. Sie bevorzugt dabei schlammigen Untergrund (Casper & Krausch 1980), ohne jedoch auf sandigem Substrat zu fehlen. Die winterharten Pflanzen zeigen selbst unter einer geschlossenen Eisdecke eine gute Vitalität. Somit ist eine weitere Ausreitung der Art in nordöstlicher Richtung in den nächsten Jahren nicht auszuschließen. |
Verbreitungskarte NRW | |
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Literatur zum Thema Ant, H. (1966): Vallisneria spiralis (Hydrocharitaceae) in der Lippe. Archiv für Hydrobiologie 61: 537-539 Ant, H. (1970): Zur Ausbreitung der Sumpfschraube, Vallisneria spiralis (Hydrocharitaceae), im Norden ihres Areals. Decheniana 122: 195-197 Bettinger & Wolff (2002): Vegetation des Saarlandes und seiner Randgebiete, Teil 1. Ministerium für Umwelt des Saarlandes, 1. Auflage, 377 S. Casper, S.J. & Krausch, H.D. (1980): Süßwasserflora von Mitteleuropa, Pteridophyta und Anthophyta, 1. Teil. Band 23, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart, 403 S. Castagne, E. (1956): Le Vallisneria spiralis L. en Belgique. Bulletin de la Societe Royale de Botanique de Belgique 88: 33 Corillion, R. (1955): Nouveaux progres du Vallisneria spiralis L. dans le Nord-Ouest de la France. Bull. De La Soc. Scient. De Bret. 30: 62-64 Hauepler, H., A. Jagel & W. Schuhmacher (2003): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen in Nordrhein-Westfalen. Hrsg.: Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW, Recklinghausen. Hegi, G. (1965): Illustrierte Flora von Mittel-Europa. Band 1, 2. Auflage, Lehmann Verlag, München Hussner, A. & Lösch, R. (2005): Alien aquatic plants in a thermally abnormal river and their assembly to neophyte-dominated macrophyte stands (River Erft, Northrhine-Westphalia). Limnologica 35: 18-30 Mennema, J., Quene-Boterenbrood, A.J.& Plate, C.L. (1980): Atlas van de Nederlandse Flora – Uitgestorven en zeer zeldzame planten. Uitgeverij Kosmos, Amsterdam Michel, E. (1951): Vallisneria spiralis L.. Les Naturalistes Belges 32: 145-149 Oostroom, S.J. van & Reichgelt, Th.J. (1962): Een Nederlandse vondst van Vallisneria spiralis L.. Gorteria 1 (6): 61-62 Oostroom, S.J. van & Reichgelt, Th.J. (1963): Nogmaals Vallisneria spiralis L.. Gorteria 1 (9): 95-96 Preston, C.D. & Croft, J.M. (1997): Aquatic plants in Britain and Ireland. Harley Books, Colchester, Essex, 365 S. |
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