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| Myriophyllum aquaticum (Velloso) Verdcourt (= Myriophyllum brasiliense Cambessedes, Myriophyllum proserpinacoides Gillies ex. W. J. Hooker et Arnott, Enydria aquatica Vell., Brasilianisches Tausendblatt, Haloragaceae) | ||
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Beschreibung der Art Myriophyllum aquaticum ist eine ausdauernde, kräftige Unterwasserpflanze, die (10) 30 - 100 (600) cm lange Stengel ausbildet. Die Stengel sind 2 - 6 mm dick, kriechend, wurzelnd, schlaff oder aufsteigend und auftauchend und am Grunde oft verholzt (Casper & Krausch 1981). Je nach Standort kann die Pflanze rein aus submersen, rein aus emersen oder aber auch aus submersen und emersen Trieben bestehen. Die submersen und emersen Blätter sind in (4) 5 - 6 zähligen Quirlen angeordnet, flankiert von 2 - 3 etwa 1 mm langen, meist zurückgebogenen, linealischen Nebenblättern. Die oberen Quirle stehen meist enger als die mittleren bzw. unteren, so daß die Sproßspitzen oft schopfig gehäufte Blätter aufweisen. Die Blattgrund ist etwas verbreitert und 0,6 - 1 mm breit, die Spreite länglich bis breit linealisch oder lanzettlich und (20) 25 - 40 (50) mm lang und 5 - 10 mm breit, ziemlich starr waagerecht bis aufrecht abstehend und regelmäßig tief in bis zu 20 Paare Fiederzipfel unterteilt (Casper & Krausch 1981). Aus Europa sind bislang nur weibliche Blüten bekannt, diese sind 1 mm lang gestielt und aufrecht. Die pfriemlichen Vorblätter sind 1 - 1,5 mm lang und besitzen manchmal einen Seitenzipfel. Der Kelchlappen ist schmal 3-eckig, spitz, ganzrandig oder schwach gesägt, 1 - 1,5 mm lang, 0,2 - 0,3 mm breit und zuletzt stark zurückgebogen. Die Kelchröhre ist 1 mm lang, 0,6 mm breit und 4-kantig. Die Kronblätter sind sehr stark reduziert, pfriemlich, 0,5 mm lang oder fehlen ganz. Die 4 Narben besitzen zahlreiche feine, weißlich durchscheinende spreizende Papillen, die mit den Kelchlappen alternieren. Die eiförmigen Früchte sind 4-furchig, 1,5 - 2,0 mm lang und etwa 1,2 mm breit, kurz gestielt und fein warzig (Casper & Krausch 1981). Zur Bestimmung von Myriophyllum aquaticum Während die emersen Triebe von Myriophyllum aquaticum sehr leicht zu einer Bestimmung der Art führen, sind die rein submersen Bestände nur schwer als Myriophyllum aquaticum zu bestimmen. In der Bestimmungsliteratur finden sich derzeit noch keine Bestimmungsschlüssel, die Myriophyllum aquaticum im rein submersen Zustand mit einbeziehen. Herkunftsgebiet der Art und weitere Vorkommen weltweit Diese ausdauernde und kräftige Unterwasserpflanze ist natürlicherweise im tropischen und subtropischen Südamerika beheimatet (Aiken 1981, Warrington 1985, Ceska & Ceska 1985). Das Areal reicht in Südamerika südlich bis Argentinien und Chile. Von hier aus gelangte sie 1890 erstmals nach Nordamerika, wo sie sich seitdem in weiten Teilen angesiedelt hat (Orchard 1979, 1981, 1985, Aiken 1981, Warrington 1985, Ceska & Ceska 1985, Les & Mehrhoff 1999). Weitere Vorkommen weltweit finden sich in Java, Japan, Australien, Hawai, auf den Philippinen, China und Neuseeland, wo die Art sich offenbar als Aquarienflüchtling eingebürgert hat (van der Meijden 1969, Orchard 1979, 1981, 1985, Casper & Krasuch 1981). Die Verbreitung der Art in Europa Aus Europa ist die Art aus verschiedenen Ländern bekannt, so z.B. aus Portugal, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Belgien, Großbritannien und Deutschland (Coolen 2006, Gassmann et al. 2006, Sheppard 2006, Hussner 2006). Es wurden bislang nur sterile oder weibliche Pflanzen in Europa nachgewiesen, bei denen es sich wahrscheinlich auch um Aquarienflüchtlinge handelt. Erste Fundmeldungen in Europa stammen aus dem Jahr 1919 aus Südwestfrankreich (Casper & Krausch 1980). Teles & Pinto da Silva (1975 in Casper & Krausch 1980) beschreiben für Portugal eine z.T. massenhafte Entwicklung der Bestände unter günstigen Bedingungen. Aber auch in nördlicheren Gebieten Europas, so z.B. in Großbritannien, wurden erste Standorte bekannt (Chicken 1977, Stace 1991 in Diekjobst & Wolff 1995), die sich allerdings z.T. nur als unbeständig herausstellten. Chicken (1977) verwies allerdings auf die Frosthärte der Art, die er bei Untersuchungen feststellte. Er vermutet, daß die Überwinterung dieser Art stark davon abhängt, wie stark die Rhizome von einer Schlammschicht bedeckt sind und wie tief das Wasser am jeweiligen Standort ist. Milner (1979) verweist gar auf einen Bestand, der unterhalb einer geschlossenen Eisdecke prächtig gedieh. An verschiedenen Stellen gilt diese neophytische Art bereits als eingebürgert (Sheppard 2006) und auch aus Österreich wird eine Einbürgerung des Neophyten im Villacher Warmbad beschrieben (Leute 1992 in Diekjobst & Wolff 1995). Die Verbreitung von Myriophyllum aquaticum in NRW In NRW sind in der Vergangenheit nur wenige Vorkommen bekannt geworden. Bank-Signon & Patzke (1988) berichten von einem Myriophyllum aquaticum-Bestand im Blauen See bei Langenbroich, der hier wohl aufgrund der klimatisch günstigen Lage einige harte Winter überstand. Über den weiteren Fortbestand des Vorkommens ist nichts bekannt, doch einen entscheidenden Ausschlag für die weitere Entwicklung des Bestandes dürften auftretende Klimaextreme geben. Diekjobst & Wolff (1995) weisen zudem auf zwei unbeständige Vorkommen im nördlichen Sauerland hin, die wohl aus Aquarien stammten und den folgenden Winter nicht überstanden. Das größte Vorkommen der Art dürfte in der Erft zu finden sein, wo die Art bereits seit mehr als 10Jahren anzutreffen ist (Diekjobst & Wolff 1995, Hussner 2005, Hussner & Lösch 2005). Hier wurde die Art jedoch in den letzten Jahren vor allem durch Hydrocotyle ranunculoides an einigen Stellen verdrängt, die ein viel schnelleres Wachstum aufweist. Neuere Vorkommen aus dem Raum Mettmann werden von Herrn Adolphi (Mettmann) gemeldet. Die Art findet sich hier in kleineren und flachen Gewässern, wo die Art auch den langen Winter 2005/2006 unbeschadet überstand. Das weitere Ausbreitungspotential der Art Derzeit muß mit keiner starken Ausbreitung der Art in Deutschlang
gerechnet werden. Eine leichte Zunahme der Vorkommen der Art ist allerdings
zu erwarten. |
Verbreitungskarte NRW | |
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Literatur zum Thema Aiken, S.G. (1981): A conspectus of Myriophyllum (Haloragaceae) in North America. Brittonia 33(1): 57-69 Bank-Signon, I. & Patzke, E. (1988): Myriophyllum aquaticum (Velloso) Verdcourt im „Blauen See“ (TK 5204/4) bei Langenbroich, Rheinland. Decheniana 141: 141-142 Casper, S.J. & Krausch, H.D. (1981): Süßwasserflora von Mitteleuropa, Pteridophyta und Anthophyta. Band 24, Teil 2, Gustav Fischer, Stuttgart. Ceska, O. & Ceska, A. (1986): Myriophyllum (Haloragaceae) in British Columbia: problems with identification. Pp. 39-50. In: Lars W. Anderson, editor. Proceedings of the First Symposium on watermilfoil (Myriophyllum spicatum) and related Haloragaceae species. Aquatic Plant Management Society Vicksburgh, Mississippi. Chicken, E. (1977): Myriophyllum aquaticum (Velloso) Verdc. (M. brasiliense Camb.) in Britain. Watsonia, 11: 375-376 Coolen, F. (2006): Parelvederkruid in de Romeinenweerd. Natuurhistorisch Maandblad 95 (6): 154-155 Denys, L., Packet, J. & Van Landuyt, W. (2004): Neofyten in het Vlaamse water: signalement van vaste waarden en rijzende sterren. Natuur.focus 3(4): 120-128 Diekjobst, H. & Wolff, P. (1995): Das Mexikanische Eichenblatt (Shinnersia rivularis) und andere aquatische Neophyten in der unteren Erft. Natur am Niederrhein 10 (2): 41-48 Ferreira, T. & Moreira, I. (1990): Weed evolution and ecology in drainage canals of central Portugal. Proceedings EWRS 8th Symposium on Aquatic weeds: 97-102 Ferreira, M.T. & Moreira, I.S. (1999): River plants from an Iberian basin and environmental factors influencing their distribution. Hydrobiologia 415: 101-107 Gassmann, A., Cock, M.J.W., Shaw, R. & Evans, C.R. (2006): The potential for biological control of invasive alien aquatic weeds in Europe: a review. Hydrobiologia 570: 217–222 Hauepler, H., A. Jagel & W. Schuhmacher (2003): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen in Nordrhein-Westfalen. Hrsg.: Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten NRW, Recklinghausen. Hussner, A. (2005): Zur Verbreitung aquatischer Neophyten in der Erft (Nordrhein-Westfalen). Frankfurter Geobotanische Kolloquien 19: 55-58 Hussner, A. (2006): Die aquatischen Neophyten in Nordrhein-Westfalen. Decheneniana 159: 39-50 Hussner, A. & Lösch, R. (2005): Alien aquatic plants in a thermally abnormal river and their assembly to neophyte-dominated macrophyte stands (River Erft, Northrhine-Westphalia). Limnologica 35: 18-30 Kane, M.E., Gilman, E.F. & Jenks, M.A. (1991): Regenerative capacity of Myriophyllum aquaticum tissues cultured in vitro. Journal of Aquatic Plant Management 29: 102-109 Les, D.H. & Mehrhoff, L.J. (1999): Introduction of nonindigenous aquatic vascular plants in southern New England: a historical perspective. Biological Invasions 1: 281-300 Leute, G.H. (1992): Pflanzen in der Villacher Therme. 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