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| Hydrocotyle ranunculoides L.fil. (Großer Wassernabel, Apiaceae) | ||
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Beschreibung der Art Hydrocotyle ranunculoides ist eine ausdauernde Art, die an stehenden bis langsam fließenden Gewässern anzutreffen ist (Ruiz-Avila & Klemm 1996). Die Stengel der Pflanzen sind meist flutend, manchmal mit einem schnurartigem Rhizom kriechend und an den bis zu 40 cm langen Blattstielen sitzen die (25) 40 - 100 (180) mm großen, runden bis nierenförmigen Blätter. Diese sind gekerbt oder 3-7 lappig, stark bereift und ragen bis zu 40 cm über die Wasseroberfläche hinaus, während die Pflanze mit an ihren an den Knoten ansetzenden Wurzeln im bis zu 50 cm tiefen Wasser wurzelt (Casper & Krausch 1981, Newman & Dawson 1999). Die Blütenstände sind 1 – 6 cm lang gestielt und in den einfachen Dolden finden sich 5-10 Blüten. Die gestielten Früchte der Art sind fast kugelig, abgeflacht und bräunlich, 2 – 2,5 mm hoch und 3 – 3,5 mm breit (Casper & Krausch 1981). Bestimmungsschlüssel für die Gattung Hydrocotyle: Da in der Vergangenheit in Europa weitere Arten der Gattung Hydrocotyle beschrieben wurden (Clement & Foster 1994) und weil, auch aufgrund der weitläufigen Angebotes von Arten der Gattung Hydrocotyle in den Gärtnereien, zukünftig mit weiteren Gartenflüchtlingen der Gattung gerechnet werden muss, soll im folgenden ein kurzer Bestimmungsschlüssel der in Frage kommenden Arten gegeben werden (nach Tutin et al. 1968, Martin & Hutchins 1980). 1) Blätter schildförmig, mit einem tiefen basalen Einschnitt..........................................................................2 Herkunftsgebiet der Art und weitere Vorkommen weltweit Hydrocotyle ranunculoides stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber auch in Mittel- und Südamerika weit verbreitet (Newman & Dawson 1999). Casper & Krausch (1981) führen als weitere Verbreitungsgebiete Abessinien, Südwestasien (im Kaukasus und Palästina) und Mittel- und Süditalien (auch Sizilien) an. Über die Ökologie der Art an natürlichen Standorten wird in der Literatur fast nichts berichtet, genauere Angaben über die Vorkommen und Ausbreitung der Art liegen dagegen aus den Ländern vor, in denen Hydrocotyle ranunculoides als Neophyt beschrieben wird, so z.B. aus Australien, wo die Art erstmals 1973 nachgewiesen wurde (Ruiz-Avila & Klemm 1996). Die Verbreitung der Art in Europa In Europa ist die Art als Neophyt z.B. aus dem Südosten Großbritanniens (seit 1990) und den Niederlanden (seit 1994) bekannt, wo sich die Art z.T. stark ausbreitet und in manchen Kanälen schon zu Problemen für die Schifffahrt geführt hat (Baas & Holverda 1996 a, b, Burton 1996, 1998, Ruiz-Avila & Klemm 1996, Preston & Croft 1997, Baas & Duistermaat 1998, Newman & Dawson 1999, Pot 2003). Der Große Wassernabel besiedelt dabei vor allem stehende bis langsam fließende und schlammige Gewässerabschnitte in Flüssen, Gräben, Kanälen, Seen und Teichen, ist jedoch vornehmlich in kleineren und flacheren, eutrophen Gewässern zu finden, ohne jedoch in nährstoffärmeren Gewässern zu fehlen. De Mars & Bouman (2002) beschreiben so u.a. einen sich stark ausbreitenden Bestand von Hydrocotyle ranunculoides in einem Moorgewässer. Mit der Ausbildung von Stolonen ist die Art in der Lage, sich an neuen Standorten schnell auszubreiten. Ist die Art an einer Stelle im Gewässer erst einmal etabliert, kann sie so unter guten Bedingungen lokal einheimische Arten innerhalb weniger Jahre verdrängen (Newman & Dawson 1999). Innerhalb weniger Monate können die Bestände ihre Größe vervielfachen. De Mars & Boumann (2002) beschreiben beispielsweise die Ausbreitung eines Bestandes von einer Größe von 1-2 m² auf ca. 25 m² innerhalb von knapp zwei Monaten. Die Art bildet mit ihren Schwimm- und Überwasserblättern dichte Bestände aus und kann so einen starken Konkurrenzdruck auf vorhandene submerse Wasserpflanzen ausüben. In den Niederlanden wurde der Art der bezeichnende Name „Grote waternavel“ gegeben (Baas & Duistermaat 1998, Pot 2003), welcher ins deutsche als „Großer Wassernabel“ übersetzt werden kann. Die Verbreitung von Hydrocotyle ranunculoides in NRW In Nordrhein-Westfalen wurde der Große Wassernabel erstmals 2004 nachgewiesen (Hussner & van de Weyer, 2004). Das Vorkommen fand sich in einem kleinem Graben in der Nähe der Ortschaft Gustorf (TK 4905/1). In den Folgemonaten gelangen weitere Nachweise der Art in der Niers, in vielen Abschnitten der Erft, am Offelter Bach in Westfalen und einem kleinem Teich bei Wesel (Hussner et al., 2005). In dem Teich bei Wesel bildet der Bestand einen großen schwimmenden Teppich, der im Oktober 2004 eine Fläche von über 25 m² einnahm. Lediglich im Uferbereich waren die Pflanzen verwurzelt und schoben ihre Triebe mehrere Meter auf die offene Wasserfläche hinaus. In den Folgejahren breitete sich die Art vor allem auf offenen Schlammflächen und flachen und fast stehenden Bereichen der Erft weiter aus und übte einen starken Konkurrenzdruck auf die einheimische Vegetation aus (Hussner, im Druck). Auch an der Niers konnte eine deutliche Ausbreitung der Art beobachtet werden, ohne dass sich jedoch große Dominanzbestände ausbildeten, was anscheinend auf das Fehlen geeigneter größerer Wuchsplätze zurückzuführen ist. Das weitere Ausbreitungspotential der Art Aufgrund der in der Literatur beschriebenen und an einigen Standorten selbst beobachteten schnellen Ausbreitung der Art muß in den nächsten Jahren damit gerechnet werden, daß sich die Vorkommen in NRW und im gesamten westdeutschen Raum vervielfachen werden. Aufgrund des starken Konkurrenzdrucks ist eine lokale Verdrängung einheimischer Arten nicht auszuschließen. |
Verbreitungskarte NRW | |
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| Literatur
zum Thema
Baas, W.J. & Duistermaat H.. (1998): De opmars van Grote waternavel (Hydrocotyle ranunculoides L.f.) in Nederland, 1996-1998. Gorteria 24: 77-82. Baas, W.J. & Holverda, W.J. (1996a): Hydrocotyle ranunculoides L.f.: infiltrant in waterland? Gorteria 21: 193-198. Baas, W.J. & Holverda, W.J. (1996b): Hydrocotyle ranunculoides L.f. (Grote waternavel): de stand van zaken. Gorteria 22: 164-165. Burton, R.M. (1996): Botanical records for 1995, with a note on computerization. The London naturalist 75: 137-146. Burton, R.M. (1998): Botanical records for 1997. The London naturalist 77: 225-236. Casper, S.J. & Krausch, H.D. (1981): Süßwasserflora von Mitteleuropa, Pteridophyta und Anthophyta. Band 24, Teil 2, Gustav Fischer, Stuttgart. Clement, E.J. & Foster, M.C. (1994): Alien Plants of the British Isles. Botanical Society of the British Isles, London. De Mars, H. & Bouman, A. (2002): Grote waternavel ook een bedreiging voor zwak gebufferde vennen. De Levende Natuur 103(1): 22-25 Denys, L., Packet, J. & Van Landuyt, W. (2004): Neofyten in het Vlaamse water: signalement van vaste waarden en rijzende sterren. Natuur.focus 3(4): 120-128 Gantes, H.P. & Caro, A.S. (2001): Environmental heterogeneity and spatial distribution of macrophytes in plain streams. Aquatic botany 70 (3): 225-236 Hussner, A. & van de Weyer, K. (2004): Hydrocotyle ranunculoides L.f. (Apiaceae) - Ein neuer aquatischer Neophyt im Rheinland. Floristische Rundbriefe 38(1/2): 1-6 Hussner, A., van de Weyer, K. & Wiehler, K-H. (2005): Zum gegenwärtigen Stand der Ausbreitung des Großen Wassernabels (Hydrocotyle ranunculoides L. fil.) in Nordrhein-Westfalen. Decheniana 158: 19-24 Hussner, A. (2005): Großer Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides L.fil.). - Steckbrief erstellt im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz Hussner, A. (im Druck): Zur Biologie des aquatischen Neophyten Hydrocotyle ranunculoides L.f. (Apiaceae) in Nordrhein-Westfalen. Floristische Rundbriefe 40. Martin, W.C. & Hutchins, C.R. (1980): A flora of New Mexiko. Vol. 2, Cramer, Vaduz. Newman, J.R. & Dawson, F.H. (1999): Ecology, distribution and chemical control of Hydrocotyle ranunculoides in the U.K. Hydrobiologia 415: 295-298. Pot, R. (2002): Invasion and Management of Floating Pennywort (Hydrocotyle ranunculoides L.f.) and some other alien species in the Netherlands. Proceedings of the 11 EWRS International Symposium on Aquatic Weeds: 435-438 Pot, R. (2003): Veldgids Water- en oeverplanten. KNNV Uitgeverij, Utrecht & Stowa, Utrecht. Preston, C.D. & Croft, J.M. (1997): Aquatic Plants in Britain and Ireland. Harley Books, Colchester/Essex. Ruiz-Avila, R.J. & Klemm, V.V. (1996): Management of Hydrocotyle ranunculoides L.f., an aquatic invasive weed of urban waterways in Western Australia. Hydrobiologia 340: 187-190. Tutin, T.G., Heywood, V.H., Burges, N.A., Moore, D.M., Valentine, D.H., Walters, S.M. & Webb, D.A. (1968): Flora Europaea, Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge Univ. Press, Cambridge. Verloove F. & G. Heyneman, G. (1999): Hydrocotyle ranunculoides (Grote waternavel), snel uitbreidend in de omgeving van Gent. Dumortiera 74: 16-20 Zonderwijk, M., Schmidt, G., Stegeman-Broos, E., Gerard, R., Teekens, HJ., Huisintveld, A., Croese, T., Dammers, W., Wind, J., Werkman, W., Neurink, H. & Hekkink, H. (2004): Uitheemse plaagplanten in Twentse wateren. 24 S. |
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