Azolla filiculoides

Crassula helmsii

Egeria densa

Eichhornia crassipes

Elodea canadensis

Elodea nuttallii

Hydrocotyle ranunculoides

Hygrophila polysperma

Lagarosiphon major

Lemna aequinoctialis

Lemna minuta

Lemna turionifera

Myriophyllum aquaticum

Myriophyllum heterophyllum

Pistia stratiotes

Sagittaria sagittifolia

Vallisneria spiralis

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  Hydrocotyle ranunculoides L.fil. (Großer Wassernabel, Apiaceae)
 

Beschreibung der Art

Hydrocotyle ranunculoides ist eine ausdauernde Art, die an stehenden bis langsam fließenden Gewässern anzutreffen ist (Ruiz-Avila & Klemm 1996). Die Stengel der Pflanzen sind meist flutend, manchmal mit einem schnurartigem Rhizom kriechend und an den bis zu 40 cm langen Blattstielen sitzen die (25) 40 - 100 (180) mm großen, runden bis nierenförmigen Blätter. Diese sind gekerbt oder 3-7 lappig, stark bereift und ragen bis zu 40 cm über die Wasseroberfläche hinaus, während die Pflanze mit an ihren an den Knoten ansetzenden Wurzeln im bis zu 50 cm tiefen Wasser wurzelt (Casper & Krausch 1981, Newman & Dawson 1999). Die Blütenstände sind 1 – 6 cm lang gestielt und in den einfachen Dolden finden sich 5-10 Blüten. Die gestielten Früchte der Art sind fast kugelig, abgeflacht und bräunlich, 2 – 2,5 mm hoch und 3 – 3,5 mm breit (Casper & Krausch 1981).

Bestimmungsschlüssel für die Gattung Hydrocotyle:

Da in der Vergangenheit in Europa weitere Arten der Gattung Hydrocotyle beschrieben wurden (Clement & Foster 1994) und weil, auch aufgrund der weitläufigen Angebotes von Arten der Gattung Hydrocotyle in den Gärtnereien, zukünftig mit weiteren Gartenflüchtlingen der Gattung gerechnet werden muss, soll im folgenden ein kurzer Bestimmungsschlüssel der in Frage kommenden Arten gegeben werden (nach Tutin et al. 1968, Martin & Hutchins 1980).

1) Blätter schildförmig, mit einem tiefen basalen Einschnitt..........................................................................2
1*) Blätter ohne tiefen basalen Einschnitt..........................................................................4
2) Blattstiel 2 – 3 mm dick, sehr weich und ± fleischig, flutend oder kriechend, an den Nodien wurzelnd, bis 35 cm lang, Blätter nierenförmig bis fast kreisrund mit einem tiefen basalen Einschnitt, gekerbt bis gelappt, Blütenstand eine einfache Dolde mit 5-10 Blüten, Früchte 2 – 3 mm groß, gestielt, fast kreisrund, Leisten nicht hervorstehend...................................H. ranunculoides L.f. (Nordamerika, eingebürgert u.a. in Italien)
2*) Blattstiel weniger als 1 mm dick..................................................................................3
3) Blätter unbehaart oder selten mit vereinzelten Haaren, Dolde 3 – 8 - (10) - blütig, Blütenstiele sehr kurz oder nicht vorhanden, laterale Leiste bei den Früchten hervorstehend.................................H. sibthorpioides Lam. (Tropen, eingebürgert in Italien)
3*) schlanke kriechende Pflanze, Blätter gewöhnlich weich- bis steifhaarig und mit tiefem basalen Einschnitt, Dolde 10 – 20-blütig, Blüten sehr kurz gestielt oder ungestielt, Früchte mit auffälligen lateralen Leisten..................H. moschata G. Forster (Neuseeland, eingebürgert in S.W. Irland)
4) Blüten in einfacher, vielblütiger Dolde, Blätter meist kreisrund oder manchmal sub-nierenförmig, bis 50 mm groß, gekerbt, Früchte 2 – 3 mm breit und 1 – 2 mm lang, am Grund und am Apex tief eingekerbt, die Leisten hervorstehend ...........................................H. umbellata L. (USA, Mexiko und Südamerika)
4*) Blüten in Ährchen oder verzweigten Dolden.............................................................................5
5) Blütenstandsachse verzweigt mit in Wirteln stehenden Blüten, Pflanze kriechend und nicht an den Nodien wurzelnd, Blattstiele bis 35 cm lang, Blätter kreisrund bis oval, gekerbt, Früchte 1,5 – 3,5 mm groß, gestielt, am Grund herzförmig, laterale Leisten hervorstehend und meist geflügelt......................H. bonariensis Commerson ex. Lam. (temperiertes Südamerika, eingebürgert in Frankreich, Italien, Spanien u. Portugal)
5*) Blütenstandsachse einfach oder selten verästelt, Blüten in Wirteln, Früchte fast ungestielt..........................................6
6) Blätter mit 6 – 10 Blattnerven, fast kreisrund, gekerbt, Blüten in Wirteln, Früchte bis 2 mm groß, sehr kurz gestielt, am Grunde herzförmig und mit auffälligen Leisten..........................................................H. vulgaris L.
6*) Blätter mit 8 – 13 Blattnerven, meist kreisrund, bis 50 mm groß, am Rande gekerbt, Blütenstand eine verlängerte Ähre, Blüten in Wirteln, Früchte 1 – 3 mm lang, 2 – 4 mm breit, mit keilförmigen Grund, am Apex gekerbt............................................H. verticillata Thunb. (Australien, USA, tropisches Afrika)

Herkunftsgebiet der Art und weitere Vorkommen weltweit

Hydrocotyle ranunculoides stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber auch in Mittel- und Südamerika weit verbreitet (Newman & Dawson 1999). Casper & Krausch (1981) führen als weitere Verbreitungsgebiete Abessinien, Südwestasien (im Kaukasus und Palästina) und Mittel- und Süditalien (auch Sizilien) an. Über die Ökologie der Art an natürlichen Standorten wird in der Literatur fast nichts berichtet, genauere Angaben über die Vorkommen und Ausbreitung der Art liegen dagegen aus den Ländern vor, in denen Hydrocotyle ranunculoides als Neophyt beschrieben wird, so z.B. aus Australien, wo die Art erstmals 1973 nachgewiesen wurde (Ruiz-Avila & Klemm 1996).

Die Verbreitung der Art in Europa

In Europa ist die Art als Neophyt z.B. aus dem Südosten Großbritanniens (seit 1990) und den Niederlanden (seit 1994) bekannt, wo sich die Art z.T. stark ausbreitet und in manchen Kanälen schon zu Problemen für die Schifffahrt geführt hat (Baas & Holverda 1996 a, b, Burton 1996, 1998, Ruiz-Avila & Klemm 1996, Preston & Croft 1997, Baas & Duistermaat 1998, Newman & Dawson 1999, Pot 2003).

Der Große Wassernabel besiedelt dabei vor allem stehende bis langsam fließende und schlammige Gewässerabschnitte in Flüssen, Gräben, Kanälen, Seen und Teichen, ist jedoch vornehmlich in kleineren und flacheren, eutrophen Gewässern zu finden, ohne jedoch in nährstoffärmeren Gewässern zu fehlen. De Mars & Bouman (2002) beschreiben so u.a. einen sich stark ausbreitenden Bestand von Hydrocotyle ranunculoides in einem Moorgewässer.

Mit der Ausbildung von Stolonen ist die Art in der Lage, sich an neuen Standorten schnell auszubreiten. Ist die Art an einer Stelle im Gewässer erst einmal etabliert, kann sie so unter guten Bedingungen lokal einheimische Arten innerhalb weniger Jahre verdrängen (Newman & Dawson 1999). Innerhalb weniger Monate können die Bestände ihre Größe vervielfachen. De Mars & Boumann (2002) beschreiben beispielsweise die Ausbreitung eines Bestandes von einer Größe von 1-2 m² auf ca. 25 m² innerhalb von knapp zwei Monaten. Die Art bildet mit ihren Schwimm- und Überwasserblättern dichte Bestände aus und kann so einen starken Konkurrenzdruck auf vorhandene submerse Wasserpflanzen ausüben. In den Niederlanden wurde der Art der bezeichnende Name „Grote waternavel“ gegeben (Baas & Duistermaat 1998, Pot 2003), welcher ins deutsche als „Großer Wassernabel“ übersetzt werden kann.

Die Verbreitung von Hydrocotyle ranunculoides in NRW

In Nordrhein-Westfalen wurde der Große Wassernabel erstmals 2004 nachgewiesen (Hussner & van de Weyer, 2004). Das Vorkommen fand sich in einem kleinem Graben in der Nähe der Ortschaft Gustorf (TK 4905/1). In den Folgemonaten gelangen weitere Nachweise der Art in der Niers, in vielen Abschnitten der Erft, am Offelter Bach in Westfalen und einem kleinem Teich bei Wesel (Hussner et al., 2005). In dem Teich bei Wesel bildet der Bestand einen großen schwimmenden Teppich, der im Oktober 2004 eine Fläche von über 25 m² einnahm. Lediglich im Uferbereich waren die Pflanzen verwurzelt und schoben ihre Triebe mehrere Meter auf die offene Wasserfläche hinaus.

In den Folgejahren breitete sich die Art vor allem auf offenen Schlammflächen und flachen und fast stehenden Bereichen der Erft weiter aus und übte einen starken Konkurrenzdruck auf die einheimische Vegetation aus (Hussner, im Druck). Auch an der Niers konnte eine deutliche Ausbreitung der Art beobachtet werden, ohne dass sich jedoch große Dominanzbestände ausbildeten, was anscheinend auf das Fehlen geeigneter größerer Wuchsplätze zurückzuführen ist.

Das weitere Ausbreitungspotential der Art

Aufgrund der in der Literatur beschriebenen und an einigen Standorten selbst beobachteten schnellen Ausbreitung der Art muß in den nächsten Jahren damit gerechnet werden, daß sich die Vorkommen in NRW und im gesamten westdeutschen Raum vervielfachen werden. Aufgrund des starken Konkurrenzdrucks ist eine lokale Verdrängung einheimischer Arten nicht auszuschließen.

Verbreitungskarte NRW
 
   
  Literatur zum Thema

Baas, W.J. & Duistermaat H.. (1998): De opmars van Grote waternavel (Hydrocotyle ranunculoides L.f.) in Nederland, 1996-1998. Gorteria 24: 77-82.

Baas, W.J. & Holverda, W.J. (1996a): Hydrocotyle ranunculoides L.f.: infiltrant in waterland? Gorteria 21: 193-198.

Baas, W.J. & Holverda, W.J. (1996b): Hydrocotyle ranunculoides L.f. (Grote waternavel): de stand van zaken. Gorteria 22: 164-165.

Burton, R.M. (1996): Botanical records for 1995, with a note on computerization. The London naturalist 75: 137-146.

Burton, R.M. (1998): Botanical records for 1997. The London naturalist 77: 225-236.

Casper, S.J. & Krausch, H.D. (1981): Süßwasserflora von Mitteleuropa, Pteridophyta und Anthophyta. Band 24, Teil 2, Gustav Fischer, Stuttgart.

Clement, E.J. & Foster, M.C. (1994): Alien Plants of the British Isles. Botanical Society of the British Isles, London.

De Mars, H. & Bouman, A. (2002): Grote waternavel ook een bedreiging voor zwak gebufferde vennen. De Levende Natuur 103(1): 22-25

Denys, L., Packet, J. & Van Landuyt, W. (2004): Neofyten in het Vlaamse water: signalement van vaste waarden en rijzende sterren. Natuur.focus 3(4): 120-128

Gantes, H.P. & Caro, A.S. (2001): Environmental heterogeneity and spatial distribution of macrophytes in plain streams. Aquatic botany 70 (3): 225-236

Hussner, A. & van de Weyer, K. (2004): Hydrocotyle ranunculoides L.f. (Apiaceae) - Ein neuer aquatischer Neophyt im Rheinland. Floristische Rundbriefe 38(1/2): 1-6

Hussner, A., van de Weyer, K. & Wiehler, K-H. (2005): Zum gegenwärtigen Stand der Ausbreitung des Großen Wassernabels (Hydrocotyle ranunculoides L. fil.) in Nordrhein-Westfalen. Decheniana 158: 19-24

Hussner, A. (2005): Großer Wassernabel (Hydrocotyle ranunculoides L.fil.). - Steckbrief erstellt im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz

Hussner, A. (im Druck): Zur Biologie des aquatischen Neophyten Hydrocotyle ranunculoides L.f. (Apiaceae) in Nordrhein-Westfalen. Floristische Rundbriefe 40.

Martin, W.C. & Hutchins, C.R. (1980): A flora of New Mexiko. Vol. 2, Cramer, Vaduz.

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Preston, C.D. & Croft, J.M. (1997): Aquatic Plants in Britain and Ireland. Harley Books, Colchester/Essex.

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Tutin, T.G., Heywood, V.H., Burges, N.A., Moore, D.M., Valentine, D.H., Walters, S.M. & Webb, D.A. (1968): Flora Europaea, Rosaceae to Umbelliferae. Cambridge Univ. Press, Cambridge.

Verloove F. & G. Heyneman, G. (1999): Hydrocotyle ranunculoides (Grote waternavel), snel uitbreidend in de omgeving van Gent. Dumortiera 74: 16-20

Zonderwijk, M., Schmidt, G., Stegeman-Broos, E., Gerard, R., Teekens, HJ., Huisintveld, A., Croese, T., Dammers, W., Wind, J., Werkman, W., Neurink, H. & Hekkink, H. (2004): Uitheemse plaagplanten in Twentse wateren. 24 S.

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