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Was sind Neophyten? Neophyten sind Pflanzen, die nach dem Jahr 1500 in die heimische Flora eingewandert sind. Archäophyten wanderten schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit im Gefolge des Menschen ein (Frey & Lösch 2004). Dabei muß auch unterschieden werden, ob die Arten absichtlich oder unabsichtlich durch menschliche Aktivitäten in Gebiete außerhalb ihres ursprünglichen Areals gelangen. Kowarik (2003, S.14) nimmt eine weitere, sehr viel differenziertere Unterteilung der Begriffe vor, auf die an dieser Stelle hingewiesen werden soll. |
Wie kommen aquatische Neophyten in unsere Gewässer? Die in NRW anzutreffenden aquatischen Neophytenarten sind in der überwiegenden Mehrzahl beliebte Aquarien- bzw. Gartenteichpflanzen. Es ist daher anzunehmen, daß die Arten hier also ihren Ursprung haben. Von hier aus gelangten sie in die heimischen Gewässer, wo sie sich dann, je nach Art in sehr unterschiedlichem Maße, ausbreiten. Dabei sind verschiedene Wege möglich, auf denen die Pflanzen in die Gewässer gelangten. Verschiedene Aquarienpflanzen wurden wahrscheinlich aktiv durch den Menschen in die Gewässer eingebracht; bei den Gartenteichpflanzen ist zudem auch die Verschleppung durch Wasservögel möglich. Sind die Pflanzen erst einmal in einem Gewässer etabliert, kann eine weitere Ausbreitung über verschiedene Wege stattfinden. So sind beispielsweise die Strömung (in Fließgewässern), Wasservögel aber auch Schiffe bzw. Boote denkbare Ausbreitungsvektoren. |
Welche Auswirkungen hat das Auftreten aquatischer Neophyten? Der Einfluß, den das Auftreten aquatischer Neophyten auf die einheimische Vegetation hat, ist in den meisten Fällen sehr individuell. Einige Arten (z.B. Hydrocotyle ranunculoides, Elodea nuttallii) bilden sehr schnell große Dominanzbestände aus und haben einen starken negativen Einfluß auf die vorhandene Biodiversität in einigen Gewässern. Andere Arten hingegen fügen sich in die vorhandene Vegetation ein und verursachen keine Verdrängungen einheimischer Arten. Eine generelle Aussage kann somit nicht getätigt werden. Die Auswirkungen sind also zum einen zwischen den verschiedenen Arten und zum anderen auch bei einer Art je nach Gewässer und Standort unterschiedlich. |
Welche Managementmöglichkeiten gibt es? In verschiedenen Ländern wird ein Management bei verschiedenen aquatischen Neophyten betrieben. Die Maßnahmen reichen von einfachen Verboten des Verkaufs solcher Pflanzen über die Räumung von Gewässern von Wasserpflanzen bis hin zum Einsatz biologischer und chemischer Bekämpfungsmittel. Der Erfolg solcher Maßnahmen ist in der Regel jedoch als eher gering einzuschätzen. |
Allgemeine Literatur zum
Thema
Denys, L., Packet, J. & Van Landuyt, W. (2004): Neofyten in het Vlaamse water: signalement van vaste waarden en rijzende sterren. Natuur.focus 3(4): 120-128 Frey, W. & Lösch, R. (2004): Lehrbuch der Geobotanik. 2. Auflage, SpektrumVerlag, München, 528 S. Kay, S.H. & Hoyle, S.T. (2001): Mail Order, the Internet, and invasive aquatic weeds. Journal of Aquatic Plant Management 39: 88-91 Kowarik, I. (2003): Biologische Invasionen – Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. Stuttgart, Ulmer, 380 S. Schrader, G. (2004): Risikoanalyse gebietsfremder Pflanzen - Das neue Arbeitsprogramm der Europäischen Pflanzenschutzorganisation. Berichte der Reinhold-Tüxen-Gesellschaft 16: 7-15 Zonderwijk, M., Schmidt, G., Stegeman-Broos, E., Gerard, R., Teekens, HJ., Huisintveld, A., Croese, T., Dammers, W., Wind, J., Werkman, W., Neurink, H. & Hekkink, H. (2004): Uitheemse plaagplanten in Twentse wateren. 24 S. |